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Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau in Berlin

Dienstag, 6. Mai 2014

Ai Weiwei, 2012.  © Gao Yuan

Wenn es einen Künstler gibt, der immer wieder für Gesprächsstoff sorgt, dann ist es der Chinese Ai Weiwei. Im Martin-Gropius-Bau in Berlin ist die Ausstellung "Evidence" zu sehen. Seine weltweit größte Einzelausstellung. Der Künstler, der viele der ausgestellten Stücke in seinem Atelier am Stadtrand von Peking eigens dafür konzipiert und angefertigt hat, durfte zur Eröffnung nicht anreisen.
Wirklich überraschend ist diese Nachricht nicht gewesen. Ai Weiwei steht in seinem Heimatland unter Hausarrest. Seinen Reisepass nahmen ihm die chinesischen Behörden bereits vor drei Jahren. Damals wurde er auf dem Flughafen von Peking unter fadenscheinigen Vorwürfen festgenommen. Nach Wochen der Ungewissheit wurde bekannt, dass der systemkritische Künstler in ein Geheimgefängnis gebracht worden war. 81 Tage wurde er dort festgehalten. Ohne Recht, einen Anwalt zu konsultieren. Ohne, in dieser Zeit auch nur für einen Augenblick unbeobachtet zu sein. (In der Berliner Ausstellung ist ein reeller Nachbau seiner Zelle zu sehen und zu betreten, in der 24 Stunden das Licht brannte und die Ai nie verlassen durfte.) Auf Druck des Auslands hin wurde er letztlich freigelassen. In China darf er in keinem Museum mehr ausstellen.

Mit diversen Mechanismen versuchten und versuchen nach wie vor chinesische Propaganda, ihn zum Schweigen zu bringen und ihn aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung und dem Bewusstsein der Menschen zu eliminieren. Zu kritisch war und ist seine Kunst. Doch die vielen Versuche des chinesischen Regimes, Ai Weiwei mundtot zu machen, scheiterten bislang. Sein Wille, auf die vorherrschenden Missstände in seinem Land wie etwa willkürliche Verhaftungen und Korruption, die chinesischen Bürgern täglich widerfahren, aufmerksam zu machen, scheint ungebrochen.

Die Ausstellung in Berlin läuft noch bis zum 13. Juli. Unbedingt hingehen!

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